Rhododenron, ein Heidekrautgewächs
Mit einem Artenreichtum von etwa 1.000 verschiedenen Pflanzen zählt der Rhododendron, auch Rosenbaum genannt, zu den beliebtesten und artenvielfältigsten Heidekrautgewächsen weltweit. Dabei unterscheidet man neben immergrünen und laubabwerfenden Gewächsen, den sogenannten Azaleen, auch vorrangig zwischen den hochwachsenden Sträuchern, die eine Höhe von 1,20 m erreichen und große Blüten tragen, sowie den kleinblumigen, zwergwüchsigen Arten, beispielsweise der Alpenrose. Einige kleinblumige Sorten erstrecken sich sogar kriechend über dem Boden.
Die Blüte des Rhododendron, welche aus fünf miteinander verwachsenen Kelchblättern besteht und in deren Mitte sich zahlreiche Staubblätter befinden, zeichnet zumeist eine schalen-, röhren- oder trompetenartige Form aus. So ist sie mit einer Blütezeit von Januar bis August Blickfang in den meisten Parkanlagen, das wohl beeindruckendste Schauspiel kann man jedoch im Zeitraum von April bis Mai erleben, da viele Rhododendrenarten bereits dann ihre intensive Blüte erreichen.
Je nach Art bevorzugt der Rhododendron verschiedene Standorte, die Sie bei der Pflanzung in Ihrem Garten berücksichtigen sollten. Während die hochwachsenden Sträucher den Schutz eines lichten Blätterdaches tiefwurzelnder Bäume, das ihnen einen optimalen Standort im Halbschatten bietet, sowie eine tiefe Waldhumusschicht zum Leben benötigen, gedeihen die zwergwüchsigen Gewächse auf dem trockenen Grund der Hochgebirge, wo eine starke Luftfeuchtigkeit vorherrscht und eine Schicht aus Rohhumus ihre Lebensgrundlage bildet. Beide Formen reifen ausschließlich auf lockerem, kalkfreien und sauren Böden, die einen pH-Wert von 4,5 bis 6 nicht überschreiten. Außerdem bilden sie gleichermaßen Wurzeln aus, welche nicht sehr tief in das Erdreich hinein ragen.
Entgegen jeder Erwartung ist der prachtvoll blühende Rhododendron giftig. Sowohl Blätter als auch Nektar und Pollen enthalten das Gift Grayanotoxin, welches bei Einnahme zu einer Verlangsamung der Herztätigkeit und des Pulses sowie zu Lähmungen bis hin zum Atemstillstand mit tödlichen Folgen führen kann. Über die Bienen kann das Gift auch in Nahrungsmittel übertragen werden, deshalb sollte man Honig, zu dessen Herstellung der Nektar der Rostblättrigen Alpenrose verwendet wurde, nur in Maßen genießen.
Heimisch ist das Halbschattengewächs in nahezu allen Gebieten der Erde, angefangen bei dem tropischen Dschungel über Meeresküsten und Hochgebirge bis hin zur subpolaren Tundra. Einzig die Kontinente Afrika, Süd- und Mittelamerika bleiben wegen ihrer unvorteilhaften Wachstumsvorraussetzungen unberührt von der Schönheit des Rhododendron.
